Übersichtskarte - Natur erleben - Niedersachsen.de

Beobachtungsturm am Westufer des Dümmers

Adresse

49459 Lembruch, Dümmer-Westufer, südlich vom Olgahafen
Telefon: 05441 9761274

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Wasservögel finden an der Westseite des Dümmers im Schutz von Bruchwald und Röhricht auch bei starken Westwinden ruhiges Wasser zum rasten. Zu Zugzeiten ist deshalb auf Beobachtungsmöglichkeiten großer Entengruppen vom Westturm Verlass. Im Frühjahr und Sommer ist es vor allem das Schilfröhricht, das allerlei an Vogelleben zu bieten hat.

Um den Beobachtungsturm zu erreichen kann man gut am Olgahafen im Nordwesten des Dümmers starten. Bevor es losgeht, bietet sich dort zunächst noch ein Schlenker zum Naturerlebnissteg mit seinen drei Beobachtungspavillons an, von denen man die Wasserflächen des südlich angrenzenden Naturschutzgebiets Dümmer weit überblicken kann.

Die Route folgt dann dem Deich in Richtung Süden, vorbei an Weidengebüschen, wo sich, kurz nach dem Hafenbereich, traditionelle Brutreviere von Nachtigallen befinden.

Wenig später geht es entlang von Schilfröhricht und bald ist der Beobachtungsturm erreicht.

Von der Plattform hat man einen guten Überblick über die Übergangszone zwischen Wasser und Land: Am seeseitigen Rand der Röhrichtzone wachsen Schwimmblattteppiche aus Teich- und Seerosen; hier brüten Haubentaucher und Bläßrallen. Die Seerosenfelder sind außerdem die Kinderstube vieler Kleinfische.

Im Frühjahr und Herbst sind vom Turm Enten verschiedener Arten auf der Wasserfläche zu sehen, die hier ruhen und Nahrung aufnehmen. Löffelenten ziehen in Gruppen über den See, den Schnabel knapp unter der Wasseroberfläche, um kleine Tiere und Pflanzen aus dem Wasser zu filtern. Krickenten sitzen oft auf Schlammbänken am Ufer, Tafel- und Reiherenten ruhen in großen Gruppen oder schwimmen weiter draußen auf dem See, tauchen dort immer wieder für eine kurze Weile ab, um am Gewässergrund nach Nahrung zu suchen. Zwischen ihnen sind immer wieder Haubentaucher zu sehen.

In den Schilfröhrichten im Umfeld des Turmes reihen sich die Reviere von Schilfrohrsängern aneinander. Die Vögel tragen ein tarnfarbenes Gefieder, sind jedoch durch ihr Verhalten auffällig: Eifrig schnarrend klettern sie einen Schilfhalm empor oder setzen sich auf die Spitze eines Weidenbusches, vollführen von dort aus einen wenige Meter hohen Singflug und lassen sich wieder zurück ins Schilf fallen – all dies zur Reviermarkierung und in der Hoffnung, das Interesse von Weibchen zu gewinnen.

Auch Blaukehlchen halten sich zum Singen gern auf einer höheren Warte auf. Oft wählen sie dabei allerdings einen Sitzplatz, der vor Blicken geschützt ist. Allein die markante Stimme macht dann auf sie aufmerksam.

Einer der häufigsten Röhrichtvögel ist die Rohrammer. Die Männchen sind gut an ihrem schwarzen Kopf zu erkennen; ihr Lied ist sehr schlicht; sie tragen es ebenfalls gern aus einer leicht erhöhten Position vor.

Wer möchte, kann jetzt den Weg noch weiter nach Süden fortsetzen, um einen kleinen Erlenbruchwald und Feuchtgrünland zu durchqueren, bis schließlich im Süden die Hunte erreicht wird.

Insgesamt ist der Dümmer mit den ihn umgebenden Wiesen und Weiden einer der wichtigsten Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen. Vogelarten, die andernorts schon lange verschwunden sind, finden hier noch geeignete Lebensräume. Nicht umsonst ist das Gebiet Bestandteil des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

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