Übersichtskarte - Natur erleben - Niedersachsen.de

Beobachtungsturm Lintel in der Hammeniederung

Adresse

27711 Osterholz-Scharmbeck
Telefon: 04791 93011574
E-Mail: Martin.Koch-Siepe@landkreis-osterholz.de

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Architektonisch ausgefallener Beobachtungsturm in einem der bedeutendsten Feuchtgebiete Nordwestdeutschlands, der Hammeniederung. Von hier aus können im Frühjahr die Balzflüge der Wiesenvögel und im Winter die nordischen Gast- und Rastvögel auf den Überschwemmungsflächen beobachtet werden. In der Hammeniederung finden Sie ein umfangreiches Netz von Rad- und Wanderrouten, über die auch alle Beobachtungstürme zu erreichen sind.

Vom Beobachtungsturm in den Linteler Weiden bietet sich aus 10 m Höhe ein herrlich weiter Blick in die Niederung der Hamme mit ihren Altarmschleifen, angrenzenden Nasswiesen, Staudenfluren und uferbegleitenden Röhrichten.

Gleichzeitig ermöglicht der Turm einen schönen Blick aus der Vogelperspektive auf den renaturierten Mündungsbereich des Scharmbecker Baches.

Die weite und offene Niederungslandschaft der Hamme dient zwischen Oktober und März als Überwinterungsort und Rastplatz für nordische Gänse und Schwäne. Besonders bei lang anhaltenden Überschwemmungen ist vom Turm aus eine große Schar von Sing- und Zwergschwänen, Graugänsen, Bless- und Saatgänsen auf den Lintelner Weiden zu beobachten – und nicht zu überhören.

Ein anderes Schauspiel kann im Frühjahr und Frühsommer mitverfolgt werden: Die Brutzeit der Wiesenvögel beschert Naturbeobachtern von April bis Juni vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung Darbietungen von Balzflügen der Bekassine. Noch bevor man zum Himmel blickt, ist meist ein Wummern oder Meckern zu hören. Die Männchen der "Himmelsziege", wie die Bekassine im Volksmund genannt wird, erzeugen mit ihren Schwanzfedern im Sturzflug dieses merkwürdige Geräusch.

Der Balzflug der Uferschnepfen ist auf andere Weise spektakulär: Das Männchen fliegt steil auf, dreht sich um seine Längsachse und stürzt dann steil aus großer Höhe herab. Hierbei lässt es einen charakteristischen "grutto-grutto"-Ruf hören. Bei diesem "Ausdrucksflug" werden andere Männchen aggressiv aus dem Territorium vertrieben.

Ein ebenfalls gut am Beobachtungsturm zu beobachtender Wiesenvogel ist der Kiebitz. Auch er kann mit tollkühnen Flugmanövern und eigentümlichen Lautäußerungen aufwarten. Von Juli bis September nutzen mehrere tausend Kiebitze die Hammeniederung als Mausergebiet, das heißt, hier werden die Federn gewechselt.

 

Die Hammeniederung ist eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Nordwestdeutschlands. Den gewässerreichen Niederungsraum durchziehen Flussläufe, Altarme und zahlreiche miteinander vernetzte Gräben und Kanäle, die mit Röhrichtflächen, Seggenrieden und kleinen Nieder- und Hochmoorbereichen verzahnt sind. Vor allem ist die Niederung durch große Flächen mit Feucht- und Nassgrünland geprägt.

Eine solche Lebensraumvielfalt auf großer Fläche ist in Norddeutschland eine Rarität. Entsprechend kostbar sind auch die Tier- und Pflanzenarten, die hier vorkommen, und entsprechend einzigartig die Möglichkeiten zur Naturbeobachtung.

Zu den schützenswerten Arten in der Hammeniederung zählen unter anderem Bekassine und Uferschnepfe, Wiesenweihe, Wachtelkönig, Schilfrohrsänger, Knäckente und Sumpfohreule sowie vom Aussterben bedrohte Libellenarten wie die Grüne Mosaikjungfer und die Späte Adonislibelle.

Kein Wunder, dass die Hammeniederung angesichts dieser Naturschätze nicht nur bundesweite, sondern sogar europaweite Bedeutung für den Naturschutz hat, denn sie ist Bestandteil des europaweiten Schutzgebietsnetzes "Natura 2000".

 

Die Biologische Station Osterholz bietet jedes Jahr ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm für das Teufelsmoor mit dem Titel "Wege ins Moor", das auch Fahrradtouren, Führungen, Vorträgen und Torfkahnfahrten in die Hammeniederung beinhaltet.

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