Übersichtskarte - Natur erleben - Niedersachsen.de

Beobachtungsturm an der Naturschutzstation Fehntjer Tief

Adresse

26632 Ihlow, Ortsteil Lübbertsfehn (zwischen der Naturschutzstation Fehntjer Tief in Lübbertsfehn und dem Fehnmuseum Eiland in Westgroßefehn)
Telefon: 04945 1492
E-Mail: naturschutzstation@landkreis-aurich.de
Website: www.naturschutzstation.de

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Weitere Informationen

Beobachtungsturm am Rand der Feuchtwiesen des Fehntjer Tiefs. Vom Turm aus kann der Reiz der geschützten Wiesen- und Weidelandschaft mit seinem Artenreichtum hautnah erlebt werden.

Der Beobachtungsturm steht an einem 750 m langen Wanderweg zwischen der  Naturschutzstation Fehntjer Tief und dem Fehnmuseum Eiland. Von der Naturschutzstation ist er nur ca. 200 Meter entfernt. Er liegt am Rande der von Gräben durchzogenen Feuchtwiesen des Naturschutzgebietes Fehntjer Tief-Nord. Der Reiz dieser geschützten Wiesen- und Weidelandschaft (Meeden), von der Sie am Turm einen Ausschnitt hautnah erleben können, geht von seinem Artenreichtum aus. Neben zum Teil seltenen Pflanzenarten wie z. B. Lungenenzian, Arnika, Sumpfläusekraut und Breitblättriges Knabenkraut sind insbesondere die Brutvogelgemeinschaften der Feuchtwiesen von herausragender Bedeutung. Im Frühjahr finden sich hier Kiebitze, Uferschnepfen, Großer Brachvogel, Bekassine und Rotschenkel ein. Dazu gesellen sich in den strukturreichen Säume bzw. Brachflächen  Rallen- und Singvogelarten (wie Blau, Schwarz- und Braunkehlchen, Schilfrohrsänger u. a.) sowie Entenarten (Löffelente, Knäkente u. a.). Darüber hinaus ist die Fehntjer Tief Niederung ein besonderes Brutgebiet für Wiesenweihe und Rohrweihe.

Aus drei Meter Höhe können Sie insbesondere von Mitte März bis Juli vom Beobachtungsturm aus hervorragend die Vögel beobachten, ohne als Störfaktor in der freien Landschaft wahrgenommen zu werden. In dieser Zeit wird die Revierbildung und Kükenaufzucht der Wiesenbrüter mit einem Fernglas hautnah erlebbar, was an nur wenigen Stellen im Gebiet so einfach möglich ist wie hier. Im zeitigen Frühjahr, bereits ab Mitte März, treffen die ersten Wiesenbrüter, die Kiebitze ein. Dann stehen die Meeden vom Winterhochwasser meist noch "blank" und der eine oder andere kleine Trupp Grau- oder Blässgänse hat sich zur Rast niedergelassen. Wenig später folgen Uferschnepfe, Bekassine und Rotschenkel, die ihre Brutreviere in den "Meeden" lautmalerisch besetzen.

Im Mai, wenn andernorts das Grünland schon gemäht wird, entwickelt sich ein auffälliger Blütenreichtum in den Sumpfdotterblumenwiesen, der beispielsweise vom Gelb des Wassergreiskrautes und den verschiedenen Hahnenfußgewächsen oder der lila blühenden Kuckuckslichtnelke geprägt wird. In der deckungsreichen und schützenden Vegetation wachsen dann die Küken der Wiesenbrüter (April bis etwa Mitte Juni) auf. Mit einem Fernglas lassen sich vom Beobachtungsturm aus außergewöhnliche Einblicke in die Kükenaufzucht erleben oder auch die Abwehr von vermeintlichen Feinden durch die Elternvögel beobachten. Noch bis in den Juli hinein ist hier die Rohrweihe und in manchen Jahren sogar die seltene Wiesenweihe zu beobachten, wie sie nach Beute Ausschau halten und dabei elegant über den offenen Flächen ihre raumgreifenden Bahnen ziehen.

Eine weitere Besonderheit: Die vom Turm aus einsehbaren Flächen werden von einer Herde Europäischer Wasserbüffel ganzjährig beweidet. Die robusten Tiere haben sich in den Feuchtwiesen als taugliche Landschaftspfleger bewährt und können im Wechsel der Jahrezeiten durchgehend beobachtet werden. Der durch die Beweidung hervorgerufene Strukturreichtum im Grünland mit zum Teil offenen und schlammigen aber auch dichter bewachsenen Bereichen fördert insbesondere die Attraktivität für die Wiesenbrüter.

Wer sich über die traditionelle, naturnahe Kulturlandschaft am Fehntjer Tief eingehender informieren möchte, kann mehr in der Naturschutzstation Fehntjer Tief erfahren, die ganzjährig für Besucher geöffnet ist und mit Ausstellungen und weiterem Informationsmaterial bereit steht. Die Naturschutzstation ist als außerschulischer Lernstandort anerkannt. Sie ist außerdem ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für Fahrradtouren in die angrenzende Wallheckenlandschaft oder in das Niederungsgebiet entlang des Fehntjer Tief und seiner Zuläufe Krummes Tief, Flumm sowie Bagbander Tief und das daran angrenzende Fehngebiet mit seinen charakteristischen Fehnsiedlungen. Auch der Ihlower Forst ist auf Nebenstrecken von der Station aus gut zu erreichen und lädt mit seinem alten Eichen-/ Buchenmischwald sowie dem "Klosterprojekt" - einer eigenständigen Klosterrekonstruktion - am ehemaligen Klosterstandort der Zisterzienser zu einem Abstecher ein. In der Naturschutzstation ist eine speziell für diesen Zweck erarbeitete Fahrradwanderkarte mit der Broschüre "Naturkundliche Radtouren in der Fehntjer Tief  Niederung" erhältlich. Mit ihrer Hilfe lassen sich die Naturschönheiten und die Siedlungsgeschichte der Geest und ihrer Übergangsgebiete über abwechselungsreiche Wege auch auf eigene Faust und in individuell zu gestaltenden Etappen erkunden.

Vom Beobachtungsturm sind es auf dem Wanderweg übrigens nur noch ca. 450 Meter zum Fehnmuseum Eiland. Es beherbergt eine Ausstellung über die Siedlungsgeschichte der Fehndörfer und die Kultivierung der Moore. Außerdem wird dort eine kleine Restauration betrieben. Neben dem Fehnmuseum liegt der kleine Hafen von Westgroßefehn. Hier ist eine "Paddel- und Pedalstation" (Boot- und Fahrradverleih) angesiedelt. Von dort kann man mit Kanus auf dem Wasserweg oder per Rad die Schönheiten der Fehntjer Tief Niederung erkunden.

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